Marius Gersbeck hat eine echte Chance, die neue Nummer eins von Hertha Berlin zu werden. Trainer Stefan Leitl gab nach dem 1:0-Sieg bei VfL Bochum zu verstehen, dass ein neuer Torhüter für ihn keine Priorität besteht, wie die B.Z. Berlin berichtete.

Leitl wurde direkt nach dem Spiel von einem Sky-Reporter gefragt, ob er noch einen Torwart wolle. Seine Antwort war ein kurzes Schweigen, gefolgt von einer klaren Aussage. "Die Profile sind klar besprochen", sagte der Hertha-Cheftrainer. "Auf den Außenverteidiger-Positionen haben wir definitiv Bedarf. Da herrscht ein Vakuum. In vorderster Front brauchen wir einen Spieler, der uns eine andere Qualität gibt."

Der 31-jährige Gersbeck hielt beim Auswärtssieg in Bochum teilweise stark. Seine Reflexe waren überragend und er beherrschte den Strafraum sicher. Einmal rutschte ihm der Ball zwar durch, doch dies blieb ohne Folgen. Drei Jahre nach seiner Rückkehr vom Karlsruher SC könnte Gersbeck nun endlich der Durchbruch bei den Berlinern gelingen.

Herthas Sportvorstand Peter Görlich und Fußballchef Bastian Huber suchen zwar grundsätzlich nach einer neuen Nummer eins. Leitl hat jedoch andere Prioritäten gesetzt. Bevor das knappe Budget für einen Torhüter ausgegeben wird, sollen zuerst ein Stürmer und ein Außenverteidiger verpflichtet werden. "Es ist ja kein Wunschkonzert", erklärte Leitl die schwierige Transferlage.

Bislang hat Hertha Berlin in diesem Sommer nur einen Spieler geholt. Oluwaseun Adewumi wurde vom FC Burnley ausgeliehen. Die Fans und der Trainer warten auf weitere Verstärkungen, die dringend benötigt werden. Die Gehaltsstruktur beim Hauptstadtklub hat sich stark verändert, was die Anwerbung von Spielern erschwert.

Leitl weiß, wie schwierig es im aktuellen Umbruch ist, Spieler vom Berliner Weg zu überzeugen. "Es ist ja nicht so, dass wir auf dem Transfermarkt unterwegs sind und sagen können, dass wir den und den Spieler nehmen", so der Trainer. Die Transferperiode schließt am 1. September, was den Zeitdruck erhöht.

Mit dem Wechsel von Tjark Ernst zu Feyenoord Rotterdam wurde die Torhüterposition bei Hertha Berlin neu geordnet. Gersbeck rückte in die erste Reihe und nutzte seine Chance in Bochum. Seine Leistung gibt dem Trainer Vertrauen, die begrenzten finanziellen Mittel anderswo einzusetzen.

Die Defensive von Hertha Berlin zeigt in dieser Saison bereits Verbesserungen. In den ersten drei Spielen kassierte die Mannschaft nur zwei Tore. Die komplette Übersicht über die aktuellen Leistungsdaten finden Sie auf unserer stats Seite. Das gesamte Kaderprofil mit allen Spielern ist auf der squad Seite einsehbar.

Gersbeck hat bis zum Ende des Transferfensters am 1. September die Möglichkeit, sich endgültig als Stammtorhüter zu empfehlen. Hält er weiterhin konstant gute Leistungen, sollte er die Nummer eins bleiben. Die nächste Bewährungsprobe steht bereits am Wochenende an.

Hertha Berlin empfängt am Sonntag den 1. FC Nürnberg im Olympiastadion. Das komplette Spielprogramm der Saison können Sie auf unserem fixtures Kalender verfolgen. Gersbeck wird voraussichtlich erneut zwischen den Pfosten stehen und seine Chance nutzen, sich dauerhaft zu etablieren.