Hertha BSC hat einen Wechsel von Eigengewächs Boris Mamuzah Lum in den letzten Tagen verhindert. Der 18-jährige Defensivspieler bleibt trotz null Einsatzminuten in dieser Saison und Interesse von 1. FC Nürnberg sowie einem österreichischen Bundesligisten in Berlin.

Trainer Stefan Leitl und die Verantwortlichen des Zweitligisten blockierten die Leihe. Sie sehen Mamuzah Lum weiterhin als Teil der Mannschaft, obwohl er in den ersten drei Ligaspielen und im DFB-Pokal gegen den 1. FC Saarbrücken zwar im Kader stand, aber nicht zum Einsatz kam. Sein Vertrag bei Hertha BSC läuft noch bis 2028.

Die Entscheidung fiel, weil die Hertha-Führung weiterhin auf das Talent setzt. Mamuzah Lum ist ein Produkt der eigenen Jugend und erst im Sommer 2026 mit der deutschen U19-Nationalmannschaft Vize-Europameister in Wales geworden, wo er Stammspieler war. Im Winter hatte der 1. FC Nürnberg, der für seine gute Talenteförderung bekannt ist, bereits Interesse signalisiert. Jetzt kamen konkrete Anfragen aus Nürnberg und Österreich, doch beide wurden abgewiesen. Der "Berliner Weg" mit jungen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs wird für Mamuzah Lum fortgesetzt.

Andere Vereine beobachten die Situation des Mittelfeldspielers weiterhin genau. Für den Spieler selbst ist die Lage allerdings herausfordernd. Nach eigenen Angaben wollte er in dieser Saison zeigen, dass er sich verbessert hat. "Ich möchte zeigen, dass ich besser geworden bin", sagte Mamuzah Lum im Sommer. Bislang blieb ihm die Gelegenheit dazu in der Profimannschaft verwehrt.

Stefan Leitl vertraut im defensiven Mittelfeld derzeit auf das Duo Paul Seguin und Kevin Sessa. Als Einwechseloption in dieser Position zog der Trainer zuletzt sogar den eigentlich als Innenverteidiger etablierten Pascal Klemens vor, so auch beim 5:3-Sieg von Hertha BSC bei Eintracht Braunschweig am vergangenen Freitag. Leitl schätzt zwar Mamuzah Lums Qualitäten bei der Balleroberung, erwartet aber noch Fortschritte im Aufbauspiel, insbesondere mehr Klarheit und Ruhe am Ball.

Die aktuelle Squad-Übersicht zeigt die starke Besetzung im defensiven Mittelfeldbereich. Um Spielpraxis zu sammeln, kam Mamuzah Lum zuletzt für Hertha BSC II in der Regionalliga Nordost zum Einsatz. Das Spiel gegen den Halleschen FC endete mit einer 0:2-Niederlage, und in der Schlussphase kassierte Mamuzah Lum eine rote Karte. Die daraus resultierende Sperre erschwert seine Situation zusätzlich.

Die klare Absage an Leihofferten unterstreicht den langfristigen Plan von Hertha BSC mit dem jungen Spieler. Die Geduld des 18-Jährigen wird auf eine harte Probe gestellt, doch der Verein signalisiert weiteres Vertrauen. Mamuzah Lum muss nun in den kommenden Wochen und Monaten im Training überzeugen, um sich eine Chance bei den Profis zu erarbeiten. Die nächsten Gelegenheiten könnte es in den anstehenden Pokal- oder Ligaspielen geben, die auf unserem fixtures-Kalender verfolgt werden können.

Die Entwicklung junger Talente ist ein zentraler Baustein der Hertha-Strategie. Der Fall Mamuzah Lum zeigt, dass der Club auch bei schwierigen persönlichen Situationen an seinen Eigengewächsen festhalten kann, wenn er an ihr Potenzial glaubt. Ob und wann sich diese Geduld auszahlt, wird die nahe Zukunft zeigen. Die Leistungsdaten aller Spieler sind dabei stets auf unserer stats-Seite einsehbar.