Hertha BSC Berlin muss seinem ehemaligen Geschäftsführer Fredi Bobic eine Millionenzahlung leisten. Das berichtete die FAZ Sport und beendet damit einen Rechtsstreit, der den Zweitligisten seit Anfang 2023 beschäftigt hat.

Die Auseinandersetzung ging auf die fristlose Entlassung Bobics im Februar 2023 zurück. Der damals 51-Jährige sah seine Vertragsbedingungen verletzt und zog vor Gericht. Im September 2025 entschied das Landgericht Berlin schließlich zugunsten des Managers und verurteilte Hertha BSC zur Zahlung von 3,35 Millionen Euro. Hinzu kamen Zinsen und Gerichtskosten. Der Klub legte zunächst Berufung ein, zog diese aber später zurück, um einen noch höheren finanziellen Schaden abzuwenden.

Die genaue Höhe der im Vergleich vereinbarten Summe wurde nicht offiziell bekannt gegeben. Medienberichte, darunter der der FAZ, sprechen jedoch von einer Zahlung in Höhe von rund vier Millionen Euro. Damit liegt der Betrag deutlich über einem zuvor von Bobic angebotenen Vergleich über 3,2 Millionen Euro, den der Verein damals abgelehnt hatte. Für Hertha BSC bedeutet die Einigung eine erhebliche finanzielle Belastung. Die Klubführung hat die Zahlung nun akzeptiert, um weitere unkalkulierbare Kosten und eine lange Verfahrensdauer zu vermeiden.

Die Millionenabfindung kommt zu einer angespannten finanziellen Lage des Traditionsklubs. Hertha BSC spielt aktuell in der 2. Bundesliga und muss mit einem deutlich reduzierten Budget planen. Eine solche außerplanmäßige Ausgabe bindet Mittel, die an anderer Stelle dringend benötigt werden, etwa für den Kader oder die sportliche Infrastruktur. Die finanzielle Fairness der Liga, die Ausgaben strikt an Einnahmen koppelt, lässt wenig Spielraum für solche Sonderposten. Die aktuelle Tabellensituation ist auf unserer Tabellen-Seite einsehbar.

Mit dem Abschluss des Verfahrens kann sich die Klubführung nun voll auf die sportlichen Aufgaben konzentrieren. Die laufende Saison in der 2. Bundesliga stellt die größte Herausforderung dar, wobei alle anstehenden Spiele im Spielplan verfolgt werden können. Die finanziellen Folgen des Vergleichs werden die Transferplanung für die kommenden Fenster beeinflussen. Die Vereinsführung muss beweisen, dass sie aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat und einen nachhaltigen Kurs für die Zukunft einschlägt. Die Einigung mit Bobic schließt ein belastendes Kapitel der jüngeren Klubgeschichte, hinterlässt aber eine spürbare Lücke im Budget.