Toni Leistner hat ein mündliches Versprechen von Hertha Berlin für eine Anschlussrolle nach seiner Profikarriere bestätigt. Der 36-jährige ehemalige Verteidiger und Fanliebling sprach darüber mit Geschäftsführer Peter Görlich beim Auswärtsspiel in Dresden, nachdem er seine Laufbahn vor zweieinhalb Wochen beendet hatte.

"Es gab ein mündliches Versprechen von Hertha, dass ich nach meiner Profikarriere einen Anschlussvertrag erhalte", sagte Leistner. Ein schriftlicher Vertrag wurde nie unterzeichnet, doch der Ex-Profi informierte den Klub über seinen Wunsch, eine solche Rolle zum 1. Juli 2027 zu beginnen. Sein ursprünglicher Plan, noch ein Jahr bis 2027 für Hertha zu spielen, war nicht aufgegangen. "Diese Mitteilung hat mich getroffen wie ein Schlag mit der Keule!", beschrieb er das Gefühl. Nun wartet er auf Rückmeldung aus dem Verein, nachdem er Görlich in Dresden Terminvorschläge unterbreitete. Bereits im Frühjahr hatte eine Vertragsverlängerung in greifbarer Nähe geschwebt.

Aktuelles Leben in Potsdam

Leistner lebt heute in Potsdam-Nord, baut dort ein Haus, das im November bezugsfertig sein soll, und kickt im Amateurbereich. Er hält sich mit einem Personaltrainer fit und ist für den Sechstligisten Viktoria Potsdam aktiv, der aktuell die Brandenburg-Liga anführt. Sein Debüt für den von Aufstiegen geprägten Verein, der 2018 gegründet wurde, soll am Samstag im Brandenburg-Pokal gegen VfB 1921 Krieschow folgen. Ein Engagement jedes Wochenende kann der Familienvater jedoch nicht garantieren. Neben dem Sport bereitet er sich gezielt auf eine Zukunft bei Hertha vor.

Vorbereitung auf Hertha-Zukunft

Mehrere Zweitligisten aus Süddeutschland hatten sich nach seinem Karriereende gemeldet, doch die Entfernung war dem 36-Jährigen aus familiären Gründen zu groß. Stattdessen nimmt er am "Player's Pathway Programme" von DFB und DFL teil, das im September begann und sechs Monate dauert. Die Ausbildung kostet 7900 Euro und bereitet Ex-Profis auf Führungspositionen in Leistungszentren oder im Profifußball vor, etwa als NLZ-Leiter oder Sportdirektor. Das Programm umfasst Online-Aufgaben und vier Präsenzphasen, darunter Besuche bei Paris Saint-Germain und Manchester City inklusive Champions-League-Spielen. Mit im Kurs sind unter anderem Ex-Dresdner Stefan Kutschke und Ex-Herthaner Sejad Salihovic. Leistner wünscht sich für den kommenden Sommer ein Testspiel zwischen seiner Viktoria Potsdam und Hertha BSC.

Der Kontakt zu Hertha bleibt also eng, während die aktuelle Mannschaft von Trainer Pal Dardai erfolgreich unterwegs ist. Die Bilanz der letzten fünf Spiele lautet vier Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage (WWWLW). Der jüngste Erfolg war ein 3:1-Auswärtssieg bei Hertha Zehlendorf am 29. September, bei dem Pascal Will zweimal traf. Die komplette Statistik der Saison zeigt Josip Brekalo mit vier Toren als aktuellen Topscorer. Nächster Prüfstein ist das Auswärtsspiel beim FC Augsburg am 2. Oktober, wie der Spielplan ausweist. Toni Leistner verfolgt diese Entwicklung und wartet auf das Feedback aus der Führungsetage zu seiner vereinbarten Zukunft am Olympiastadion.

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