Hertha Berlins Reservisten kämpfen um ihre Chancen in der Startelf, während das Team mit sechs Siegen aus sechs Spielen die Spitze der 2. Bundesliga hält. Trainer Stefan Leitl bereitet gezielt Spieler wie den zurückkehrenden Marton Dardai und den kämpfenden Deyovaisio Zeefuik auf mögliche Einsätze vor. Die Mannschaft kommt aus einem 2:1-Auswärtssieg bei Dynamo Dresden, wo Jón Dagur Þórsteinsson beide Treffer erzielte, und hat in den letzten fünf Spielen drei Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage eingefahren.

Leitl will mit Druck von der Bank maximale Leistung erzeugen und spricht vor jedem Training mit den Reservisten über Erwartungen und Status. „Er kurz vorm Sprung stehe“, sagte der 49-Jährige zu einem seiner Spieler. Der Trainer hält die Stammelf für derzeit zu stark, um sie zu brechen, sieht aber in der Tiefe des Kaders einen entscheidenden Vorteil für die kommenden Aufgaben.

Dardais Rückkehr und Zeefuiks Kampf

Marton Dardai, 24, litt seit Saisonbeginn an Schambeinproblemen und wurde in einer Spezialklinik in Salzburg behandelt. Bisher kam der Innenverteidiger nur zu vier Kurzeinsätzen mit insgesamt 19 Minuten. Wenn er fit ist, muss er den aktuell gesetzten Niklas Kolbe, 29, verdrängen. Seine Startchance wird mit nur zehn Prozent beziffert.

Deyovaisio Zeefuik verlor seinen Stammplatz nach einer Roten Karte in der 1:4-Niederlage gegen Heidenheim an Neuzugang Mads Pedersen. Der 28-Jährige zeigt sich im Training nun besonders engagiert, tackelt, kämpft und schreit sich selbst an. Diese Haltung könnte sich auszahlen, seine Startwahrscheinlichkeit liegt bei 80 Prozent.

Junge Talente drängen nach

Bei den Offensivkräften drängen junge Spieler. Farid-Alfa Ruprecht, 20, traf als Joker bereits einmal. Soufian Gouram, ebenfalls 20, verlor seinen Platz im offensiven Mittelfeld nach vier Starts an Oluwaseun Adewumi, lieferte aber in Osnabrück eine Vorlage. Leitl führt Einzelgespräche mit ihm und plant seine Rückkehr in die Startformation, seine Chance liegt bei 65 Prozent.

Pascal Klemens, 21, ist Ersatz für Paul Seguin und Kevin Sessa. Er spielte in Osnabrück, als Seguin gesperrt war, und wird sonst regelmäßig eingewechselt. Seine Startchance wird auf 30 Prozent geschätzt. Besonders im Fokus steht Jón Dagur Þórsteinsson. Der 27-Jährige, der gegen Dresden doppelt traf, hat in dieser Saison bereits drei Tore und zwei Vorlagen beigesteuert. Leitl sagte ihm vergangene Woche, er stehe kurz vor dem Sprung in die erste Elf, seine Chance liegt bei 70 Prozent.

Die nächste Gelegenheit, sich zu empfehlen, bietet das Pokalspiel bei Hertha Zehlendorf am 29. September. Anschließend folgen in der Liga wichtige Spiele gegen Fürth, Kiel und Bielefeld im Oktober. Wer sich in diesen Partien durchsetzen will, muss im täglichen Training überzeugen, denn die Konkurrenz in einer siegreichen Mannschaft ist groß. Die aktuelle Formkurve und der komplette Spielplan zeigen, welches Tempo die Alte Dame aktuell vorgibt.

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